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Hansueli Hofmann, Star-Trek-Fan, Zürich (zum Jahreswechsel 1999/2000) «Das neue Millennium ändert nichts, wir müssen uns ändern» «Hansueli Hofmann ist ein angefressener Fan von Star Trek und der Enterprise, schreibe einen Artikel zum Millenniumswechsel, das passt doch gut.» So lautete, kurz zusammengefasst, der Auftrag für diesen Beitrag. Alles klar, ich werde den «Verrückten» besuchen, das gibt bestimmt eine lustige Silvesterstory! Ein paar Tage später ist es soweit, ich klingle an der Tür, und dann steht er vor mir, völlig anders, als ich ihn mir vorgestellt habe: Hansueli Hofmann macht den Eindruck eines seriösen, gepflegt wirkenden Geschäftsmannes. Mit seiner Frisur und dem graumelierten Bart erinnert er mich spontan an den Schlagersänger Roger Whittaker. Er führt mich gleich zu seinem PC, um mich auf das Thema Star Trek einzustimmen. Hansueli Hofmann zeigt auf CD's und im Internet, was ihn an Star Trek und den verschiedenen Raumschiffen, von der Enterprise bis zur Voyager, fasziniert. Seine zurückhaltende Begeisterung wirkt ansteckend und angesichts der unzähligen Webseiten (auf das Stichwort Star Trek findet die Suchmaschine innert Sekunden rund 5800 Webseiten und sogar über www.search.ch erhält man über 1000 Treffer!) wird mir klar, dass es sich tatsächlich um mehr als nur um Spielfilme und eine Fernsehserie handelt. Nichts ist unmöglich «Als Jugendlicher habe ich die Entwicklung der Raumfahrt, von den ersten Satelliten über die verschiedenen Apollo-Missionen bis hin zur ersten Mondlandung, hautnah miterlebt. Ich war von den technischen Möglichkeiten restlos fasziniert. Meine Begeisterung für Star Trek entwickelte sich jedoch erst vor rund zehn Jahren, als die erste Fernsehserie aus dem Jahr 1966 ein zweites Mal ausgestrahlt wurde. Ich stellte erstaunt fest, dass viele der utopischen Visionen inzwischen Wirklichkeit wurden. Oder anders gesagt, ich stellte fest, dass im Grunde genommen nichts unmöglich ist. Beispielsweise hatte bei uns noch lange nicht jeder ein Telefon, als in Star Trek bereits mit Handys kommuniziert wurde. Als diese Filme entstanden, handelte es sich um Science Fiction, heute ist Vieles daraus Realität,» schildert Hansueli Hofmann seine Entwicklung zum Fan von Star Trek. Bevor er sich für die Fotos in den typischen rot-blauen Pullover mit dem Star-Trek-Abzeichen einkleidet, zeigt er mir seine umfangreiche Sammlung, die zahlreiche Bücher, eine Videothek mit sämtlichen Filmen und diverse selbstgebaute Modelle und Accessoires umfasst. Star Trek ist zukunftsweisend Bei einem Glas Wein diskutieren wir, weshalb sich Star Trek zu einem eigentlichen Kult entwickelt hat, der die Massen derart zu mobilisieren vermag. Hansueli Hofmann ist davon überzeugt, dass der Grosserfolg dieser Serie einerseits auf der genialen Technik und anderseits auf der Neugier nach dem Unbekannten beruht. «Star Trek ist der Zeit voraus, es werden Dinge gezeigt, die wir uns kaum vorstellen können und doch werden sie eines Tages vielleicht Wirklichkeit. Die Star-Trek-Macher sind Vordenker, die bewährte Pfade verlassen, in Neuland vordringen und die Menschen dazu ermuntern, es ihnen gleichzutun», erklärt Hansueli Hofmann. «Es gab immer Leute, die ihrer Zeit voraus waren. Zu ihnen gehörte beispielsweise auch ein Leonardo da Vinci mit seinen Fluggeräten. Uns fehlt meistens der Mut, etwas Neues zu machen oder wenigstens auszuprobieren. Die vieldiskutierte Expo ist doch ein typisches Exempel dafür. Zudem war Star Trek von Anfang an zukunftsweisend inbezug auf diverse gesellschaftliche Normen. Die Besatzungsmitglieder der Enterprise setzten sich schon früh aus den verschiedensten Nationen, aus Schwarzen und Weissen zusammen. Frauen tauchten in führenden Positionen auf, und im Raumschiff Voyager ist sogar eine Frau Kommandantin. Viel Mut wurde 1967 bewiesen, als in einer Folge der Serie der erste Kuss zwischen Weiss und Schwarz, zwischen Captain Kirk und dem weiblichen Leutnant Uhura, im Fernsehen ausgetauscht wurde», erläutert Hansueli Hofmann einige Hintergründe. Erwartungen nicht zu hoch schrauben
Was erwartet Hansueli Hofmann vom neuen Jahrtausend? «Es braucht niemand Angst zu haben, aber man
sollte auch die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Für mich wechselt eigentlich nur die
Jahreszahl, denn das neue Millennium ändert nichts, wir müssen uns ändern! Vor
allem müssen wir umweltbewusster werden. Wir müssen zur Welt Sorge tragen, denn wir sind
nur ein winziges Gebilde in einem riesigen Universum. Und ich wünsche mir für die
Zukunft von den Menschen mehr Toleranz. Die jungen neuen Staaten brauchen Zeit - wir vergessen zu
schnell, dass wir uns in Europa über Jahrhunderte die Köpfe eingeschlagen haben, bis
Ruhe einkehrte. Mehr Toleranz verdienen auch Entwicklungsländer; unsere Gesellschaftsform ist
nicht die einzig richtige. Es ist nicht dasselbe, ob man sich arrogant einmischt, oder ob man
wirklich helfen will», schliesst Hofmann seine Ausführungen. © Kurt Riedberger, pbr, Dielsdorf |
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