Porträts Porträt:Jean Kämpf
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Jean Kämpf, Galerist, Basel

«Ich will nicht alles, ich will das Beste!»

Der Basler Jean Kämpf lebt im Dreiklang. Nicht deshalb, weil Basel im Dreiländereck liegt, sondern weil er Beruf, Geschäft und Hobby einerseits, Erfolg und Befriedigung für die Kunden, die Firma und für sich selbst anderseits, auf faszinierende Weise zu kombinieren versteht. Von seiner Lebensphilosophie «Ich will nicht alles, ich will das Beste», können alle profitieren.

Seit neun Jahren arbeitet der gelernte Bank- und Marketingfachmann als erfolgreicher Finanzplaner bei den Zurich Financial Services in Basel. Trotzdem ist er nicht im Finanzberatungszentrum anzutreffen. Unter dem Namen Kämpf & Partner, Finanzberatung für hohe Ansprüche, besitzt er an der Bäumleingasse 10 (unweit der Wettsteinbrücke, in der Grossbasler Altstadt) sein eigenes Büro. Wenn man Jean Kämpf an dieser Adresse besucht, stellt man fest, dass in den Räumlichkeiten gleichzeitig eine Galerie, die «galerie kämpf basel, Forum für Internationale Zeitgenössische Kunst» untergebracht ist. Auf Anhieb tönt dies alles ein wenig kompliziert, und so ist es für Aussenstehende auch. Um so unkomplizierter ist Jean Kämpf, wenn er in seinem, von einem grossflächigen Gemälde des Münchner Künstlers Bernd Zimmer dominierten Büro, die Zusammenhänge erläutert.

Eine Vision wurde Realität

Nachdem sich der 53-jährige Basler viele Jahre mit bildender Kunst auseinandergesetzt hatte, entwickelte er vor rund 15 Jahren ein Konzept für «Art and Finance». Dahinter steckte die Idee, in einem Begegnungszentrum interessante Künstler mit finanzkräftigen Kunden zusammenzubringen und so für beide Teile einen attraktiven Mehrwert zu schaffen. Obwohl eine namhafte Basler Grossbank das Konzept ablehnte, liess ihm das Ganze keine Ruhe. Schliesslich fand Jean Kämpf geeignete Räumlichkeiten, er konnte die Zurich Financial Services für die Idee begeistern und die Vision vor zwei Jahren Realität werden lassen. «Ich habe oft Visionen. Wenn es mir sinnvoll erscheint, entsteht daraus ein Konzept, dem ich mich völlig unterordnen kann», erklärt der Finanz-Kunst-Berater. Oder heisst es Kunst-Finanz-Berater? Die Beharrlichkeit hat sich jedenfalls gelohnt!

«Die Beziehung muss stimmen»

Pro Jahr organisiert Kämpf rund fünf Ausstellungen mit namhaften Künstlern aus aller Welt. Dabei legt er grossen Wert darauf, dass er alle Künstler persönlich kennt und sich mit deren Person und Werk intensiv befasst. «Die gegenseitige Beziehung muss stimmen, sonst ist der Misserfolg vorprogrammiert», begründet Jean Kämpf diese Auseinandersetzung, die viele Auslandreisen bedingt. Wenn es schliesslich so weit ist, lädt er seine besten Kunden zu einer exklusiven Vorvernissage mit dem Künstler ein. «Ich kenne Leute, die haben früher viel Geld für Kreativseminare ausgegeben. Jetzt haben sie festgestellt, dass der Gedankenaustausch über das künstlerische Schaffen und der persönliche Kontakt zu kreativen Menschen mehr Befriedigung bringt.» Art and Finance ist zu einem Begriff geworden. Bei den Vernissagen in der Galerie Kämpf treffen sich die Basler Gesellschaft, Politiker und Kunstschaffende. So ergeben sich immer wieder interessante neue Kontakte und Querverbindungen.

Qualität im Vordergrund

Jean Kämpf ist davon überzeugt, dass es viele gute Künstler gibt. «Manchen fehlt jedoch die richtige Galerie, deshalb vermögen sie nichts zu bewegen. Dabei spielen Alter oder Geschlecht keine Rolle. Wenn ich mich für eine Ausstellung entscheide, dann muss einfach die Qualität stimmen.»
Qualität steht für Jean Kämpf in allen Bereichen des Lebens im Vordergrund. Deshalb hat er vor 16 Jahren seine Frau Heidi geheiratet, und der zehnjährige Sohn Mirco besucht die Rudolf-Steiner-Schule. Aufgrund seines Engagements kommt die Familie leider oft zu kurz, genauso wie das Golfspiel - Kämpf outet sich als «passionierter Golfspieler ohne Handicap». Ein feines Essen mit einem edlen Wein gehört für ihn genauso zur Lebensqualität wie das anschliessende Geniessen einer erlesenen Zigarre. «Qualität ist eine Passion, die man allein, mit der Familie, aber auch mit Freunden und Kunden geniessen kann - auch Lebensqualität ist eine Kunst.»
Auf die abschliessende Frage, was für ihn persönlich Kunst bedeutet, antwortet Jean Kämpf nach kurzem Überlegen: «Kunst ist, wenn man seine Gefühle zum Leben erwecken und das Lebensgefühl ausleben kann. Egal wo und wie». Jean Kämpf ist ein Künstler.

© Kurt Riedberger, pbr, Dielsdorf

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