Reisereportagen Prag
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Die tschechische Metropole entwickelt sich sehr positiv

Prag erstrahlt in neuem Glanz

Die «Goldene Stadt» macht ihrem Namen wieder alle Ehre: Nachdem in den letzten Jahren zahlreiche historische Gebäude in der reizvollen Altstadt liebevoll und sorgfältig restauriert wurden, präsentiert sich Prag jetzt in neuem Glanz.

Die von der Moldau durchflossene Stadt im Herzen von Böhmen ist seit Jahrhunderten das geistig-kulturelle Zentrum Osteuropas. Als Sitz eines katholischen Erzbischofs, der tschechischen Akademie der Wissenschaften und der ältesten (1348 gegründeten) Universität Mitteleuropas, bildete Prag seit jeher einen beliebten Anziehungspunkt für Wissenschafter, Künstler und Studenten. Seit dem Zerfall des Ostblocks hat sich die Stadt sehr positiv entwickelt, und je länger je mehr wird sie zu einem attraktiven Ziel für Städtereisen. Neue (verhältnismässig teure) Hotels, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und ein breit gefächertes Kulturangebot vermögen auch den anspruchsvollen Gast restlos zu überzeugen.

Kulturstadt Europas

Dieses Jahr ist Prag eine von neun Kulturstädten Europas, wobei die Organisatoren während des ganzen Jahres ein vielfältiges Angebot mit Ausstellungen und Konzerten zusammengestellt haben. Als Ergänzung zu den «elitären» Veranstaltungen wird ein unterhaltsames Programm angeboten, das sich ans breite Publikum richtet und hauptsächlich in den Strassen der Altstadt abgewickelt wird. Für Touristen gibt es ein gut funktionierendes Informationssystem: über die Telefonnummer 1051 werden Interessenten in fünf Sprachen über das ganze Projekt und einzelne Anlässe informiert. In der Celetna-Strasse, in der Prager Altstadt, gibt es ein Informationszentrum, in dem die Besucher/innen Kataloge, Gedenkmedaillen, Programme sowie Eintrittskarten zu den verschiedenen Aktivitäten erwerben können. Weitere Informationen über das vielfältige kulturelle Angebot findet man auch im Internet, auf der Seite www.Prague2000.cz.

Lebendiges Zentrum, der Altstädter Ring

Der Altstädter Ring, rund um das Jan-Hus-Denkmal, ist das lebendige Zentrum der Stadt Prag und gleichzeitig der architektonisch eindrücklichste Platz mit interessanten Fassaden aus den verschiedensten Jahrhunderten. So steht das gotische Wohnhaus «Zur Steinernen Glocke» im Kontrast zum angrenzenden barocken Goltz-Kinsky-Palast und zur Teynkirche, die Einblicke ins böhmische Kunstschaffen gewährt. Zentrales Gebäude ist das aus mehreren Bauten «zusammengesetzte» Altstädter Rathaus mit seinem dominanten Turm, von dem aus Gäste einen schönen Ausblick auf die intakte Prager Altstadt geniessen. Berühmt ist die raffiniert konstruierte astronomische Uhr, die aus dem 15. Jahrhundert stammende Rathausuhr, vor der sich zu jeder vollen Stunde zahlreiche Touristen versammeln, die das Erscheinen der Apostel miterleben wollen.
Rund um den Platz gibt es zahlreiche Restaurants und Bars, in denen man eine Rast einlegen, die eindrückliche Kulisse auf sich wirken oder mit den Einheimischen ein Gespräch anknüpfen kann. Strassenkünstler und Musiker beleben das Strassenbild und sorgen bis in die Nacht für abwechslungsreiche Unterhaltung. Die Preise in den Restaurants sind nach wie vor günstig, und auch Shoppingfans können preiswert einkaufen. In der Celetna-Strasse, die als Fussgängerzone gestaltet ist, am Kleinen Ring und in der schmalen Karlsgasse findet man die typischen Kristallglasläden, Boutiquen und weitere Geschäfte.

Auf den Spuren Kafkas

Lebhaft und weltoffen ist die Atmosphäre auf der berühmten Karlsbrücke, die mit ihren dreissig Statuengruppen und der Prager Burg im Hintergrund zu den meistfotografierten Sujets der Stadt gehört. Kleinhändler, Porträtmaler, Musikanten und Gaukler säumen diese Verbindung vom Altstädter Brückenturm über die Moldau auf die ruhigere Kleinseite mit hübschen Plätzen und der St. Niklaskirche, dem barocken Meisterwerk Prags. Den grossen Komplex des Hradschin, die mächtige Burg, in der auch heute noch der tschechische Staatspräsident residiert und Politiker aus aller Welt empfängt, erreicht man mit einem gemütlichen Spaziergang. Der gotische St.Veitsdom aus dem 14. Jahrhundert und das Goldene Gässchen mit seinen kleinen in die Burgmauer integrierten Häuschen sind hier die Hauptattraktionen. In einem dieser Häuschen lebte und arbeitete während mehrerer Jahre der Schriftsteller Franz Kafka. In einer seiner Schriften ist zu lesen: «Prag lässt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen». Wie recht er hat. Prag ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

© Kurt Riedberger, pbr, Dielsdorf

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